Zahle ich als Azubi Steuern?


Die Ausbildungsvergütung ist ein Brutto-Gehalt. Unter Umständen müssen Auszubildende von ihrem Verdienst Steuern und Sozialabgaben zahlen. Doch nicht alle Azubis überschreiten die relevante Grenze. Wer jedoch Steuern in der Ausbildung zahlt, sollte nahezu immer eine Steuererklärung abgeben. Dann können Auszubildende effektiv Geld sparen und vom Finanzamt Rückzahlungen bekommen.

Wann zahlen Auszubildende Steuern?

Auszubildende zahlen nicht zwangsläufig Steuern. Klar ist, Azubis gehören mit dem Eintritt in die Ausbildung zu den Arbeitnehmern. Allerdings werden Steuern aufgrund des vergleichsweise geringen Azubi Verdienst nicht immer fällig.

Zum einen sind für die Azubis Steuern nicht einschlägig, wenn keine Ausbildungsvergütung gezahlt wird. Das Gleiche gilt für all diejenigen Auszubildenden, deren monatliche Vergütung unter 946 Euro liegt bzw. das Einkommen im gesamten Jahr den Steuerfreibetrag nicht überschreitet. Der Steuerfreibetrag ändert sich dabei von Jahr zu Jahr.

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Demgegenüber müssen Auszubildende Steuern entrichten, bei denen das Bruttogehalt 946 Euro im Monat übersteigt. Wichtig ist die Unterscheidung von Brutto und Netto. Es genügt bereits, wenn das Bruttogehalt zu hoch ist. Auf das Nettoeinkommen nach Steuern kommt es nicht an.

Welche Steuern sind für Azubis relevant?

Doch nicht alle Steuern sind für Azubis überhaupt relevant. Wer als Auszubildender die relevanten Bemessungsgrenzen überschreitet, muss allen voran drei unterschiedliche Steuern zahlen. Diese sind:

- die Lohnsteuer

- die Kirchensteuer

- der Solidaritätszuschlag

Lohnsteuer:

Falls die Lohnsteuer für Azubis relevant wird, zahlt diese direkt der Ausbildungsbetrieb an das Finanzamt. Dabei hängt die Höhe der Lohnsteuer von der Steuerklasse ab. Je nachdem in welcher Steuerklasse Sie sich befinden, variiert der Freibetrag.

Kirchensteuer:

Die Kirchensteuer wird fällig, sofern Sie zudem einer Konfession angehören.

Katholiken oder Evangelikale müssen die Kirchensteuer zahlen. Diese hängt von der Höhe der Lohnsteuer ab. Auch hier übernimmt der Ausbildungsbetrieb die Entrichtung.

Während in Bayern und Baden-Württemberg die Kirchensteuer 8% beträgt, sind es in allen weiteren Bundesländern 9%. Dies ist der Anteil von der zu zahlenden Lohnsteuer.

Solidaritätszuschlag:

Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5% der Lohnsteuer. Sofern Azubis keine Lohnsteuer bezahlen müssen, wird auch kein Solidaritätszuschlag fällig. Darüber hinaus müssen Auszubildende dafür eine höhere Grenze überschreiten.

Wann ist eine Steuererklärung notwendig?

In bestimmten Fällen gibt es für den Azubi Steuern. Dann ist unter Umständen eine Steuererklärung notwendig. Wann genau das der Fall ist, erfahren Sie bei uns. Schließlich können Sie auch als Azubi Steuern sparen.

Prinzipiell gibt es verschiedene Bedingungen unter denen bei Auszubildenden eine erfüllen eine Steuererklärung notwendig ist. Zum einen ist dies der Fall, wenn das Jahreseinkommen die jeweilige Grenze für steuerfreies Einkommen überschreitet.

Darüber hinaus kann das Finanzamt Azubis zur Abgabe einer Steuererklärung auffordern.

Ein weiterer, in der Praxis häufig vorkommender Fall, ist die Abgabe einer Steuererklärung, sofern Sie Ausbildungskosten steuerlich geltend machen wollen. Dies ist ohne Steuererklärung nicht möglich.

So lohnt sich die Steuererklärung für Auszubildende

Sobald der Arbeitgeber von der Ausbildungsvergütung Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer abführt, sollten Azubis eine Steuererklärung einreichen.

Im Normalfall führt die Steuererklärung dazu, dass Ihnen das Finanzamt die gezahlten Steuern vollständig zurückzahlt. Schließlich können Sie unterschiedliche Ausgaben geltend machen - dies sind zum einen die sogenannten Werbungskosten.

Allerdings sollten Sie darauf achten, dass ein Pauschbetrag von 1000 Euro gilt.

Falls die Azubis diesen Betrag nicht überschreiten, ist eine Steuererklärung häufig nicht zielführend. Der Pauschbetrag wird nämlich automatisch bei der Berechnung der monatlichen Lohnsteuerhöhe berücksichtigt.

Werbungskosten für Azubis:

Werbungskosten können in unterschiedlicher Art und verschiedenem Ausmaß auftreten.

Je nach Ausbildung variieren diese oftmals erheblich. Typische Werbungskosten sind die Fahrten zum Ausbildungsbetrieb oder die Beschaffung der notwendigen Literatur. Zudem gehören Kosten für die Bewerbung sowie Arbeitsmittel zu den Werbungskosten.

Falls Sie für die Ausbildung einen Umzug machen müssen, ist eine Steuererklärung nahezu immer sinnvoll. Denn dafür können Azubis bereits pauschale Kosten in Höhe von 730 Euro absetzen. Gemeinsam mit Arbeitsmitteln und Schulmaterial überschreiten Sie die 1000 Euro Grenze somit relativ schnell.

Falls Sie mehr Informationen rund um das Thema Azubi Steuern wünschen, sind Sie bei uns richtig. Als Mitglied informieren wir Sie über Ihre Möglichkeiten, sodass Sie effektiv Steuern sparen können. Hier geht es zu unserer Infoseite speziell für Auszubildende!

Berthold Schadek

Berthold Schadek


Als Vorstandsvorsitzender des ALLCON Lohnsteuerhilfevereins e.V. liegt Herrn Schadek das langfristige gemeinnützige Ziel des Vereins am Herzen.

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