Wie hoch ist die neue Grundrente?


Die wichtigsten Antworten zur neuen Grundrente

Ab Januar 2021 geht es los mit der neuen Grundrente. Das hat das Bundeskabinett nach zähen Verhandlungen am 19. Februar 2020 beschlossen. Doch vielen Verbrauchern ist noch nicht klar, wem der geplante Rentenzuschlag wirklich zusteht. Hier werden die wichtigsten Fragen zur Grundrente geklärt.

Neue Grundrente kommt - wem steht sie zu?

Von der neuen Grundrente sollen etwa 1,4 Millionen Rentnerinnen und Rentner profitieren, die jahrzehntelang für unterdurchschnittliche Löhne gearbeitet haben und daher nur eine geringe Rente beziehen. Das sind vor allem Frauen - sie machen rund 70 Prozent aus - sowie Rentnerinnen und Rentner in Ostdeutschland. Konkret bedeutet das:

Die Grundrente soll Geringverdienern zugutekommen, die viele Jahre lang zwischen 30 Prozent und 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes verdient haben. Für das Jahr 2019 ergibt das eine Spanne von etwa 972 Euro bis 2.593 Euro brutto monatlich.

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Wer dazwischen liegt, hat Anspruch. Das bedeutet aber auch: Rentnerinnen und Rentner, die überwiegend Mini-Jobs hatten (also weniger als die beispielhaften 972 Euro pro Monat verdient haben), bekommen in der Regel keine Grundrente. Für sie bleibt weiterhin die Möglichkeit der Grundsicherung im Alter (landläufig auch "aufstocken" genannt), wenn ihr Einkommen nicht zur Existenzsicherung reicht.

Die geplante Grundrente soll etwa zehn Prozent über der bisherigen Grundsicherung im Alter liegen. Maximal kann der Grundrentenzuschlag 404,86 Euro brutto pro Monat betragen. Abzüglich der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ergibt das einen maximalen Zuschlag von 360,73 Euro netto. Viele Rentnerinnen und Rentner dürften aber weniger als das erhalten.

Wer 35 Beitragsjahre vorweisen kann, erhält den vollen Grundrentenzuschlag.

Wer mindestens 33 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt hat, erhält einen reduzierten Grundrentenzuschlag. Die Jahre 33 und 34 werden als "Gleitzone" bezeichnet, der Grundrentenzuschlag wird während dieser Zeit gestaffelt.

Außer den Arbeitsjahren (Beschäftigung in Vollzeit oder Teilzeit) zählen auch Krankheitszeiten, Erziehungszeiten und Beitragsjahre für die Pflege von Angehörigen zur Grundrente.

Wie berechnet sich die Rente?

Bei der Berechnung spielt das aktuelle Einkommen eine Rolle. Alleinstehenden wird ein Freibetrag von monatlich 1.250 Euro gewährt, bei Ehepaaren sind es 1.950 Euro. Das bedeutet: Liegt das zu versteuernde Einkommen unter diesen Grenzen, wird der volle Rentenzuschlag gezahlt. Wichtig: Zum versteuernden Einkommen zählt die gesetzliche Rente, aber auch andere Einnahmen, etwa Kapitalerträge.

Einkommen, die über diesen Grenzen liegen, sollen auf die Grundrente zu 60 Prozent angerechnet werden. Einkommen über 1.600 Euro für Alleinstehende oder 2.300 Euro für Ehepaare werden hingegen vollständig angerechnet. Hat ein Paar also beispielsweise 2.500 Euro Einkommen, vermindert sich die Grundrente um 200 Euro.

Vermögen und selbst genutztes Wohneigentum wird bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

Gibt es eine Bedürftigkeitsprüfung?

Das Thema Bedürftigkeitsprüfung wurde lange und hitzig diskutiert. Für Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, war es wichtig, dass Rentnerinnen und Rentner keinen Antrag ausfüllen müssen oder ihre Bedürftigkeit nachzuweisen haben. Deshalb soll die Grundrente automatisch ausgezahlt werden, ohne dass ein Antrag gestellt wird oder weitere Unterlagen eingereicht werden müssen.

Eine Bedürftigkeitsprüfung soll es also nicht geben. Allerdings wird die Rentenversicherung eine Einkommensprüfung durchführen und dafür Daten von den Finanzämtern abfragen. Wie das genau funktionieren wird, ist noch nicht abschließend geklärt.

Eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes hat übrigens gezeigt, dass 90 Prozent der Rentnerinnen und Rentner, die die Grundrente erhalten würden, das Geld tatsächlich brauchen. Für sie wäre dadurch keine Bedürftigkeitsprüfung notwendig. Daher wird kategorisch auf den bürokratischen Aufwand, den eine Bedürftigkeitsprüfung verursachen würde, verzichtet.

Was spricht für und was gegen die Grundrente?

Grundsätzlich ist die Grundrente ein Schritt in die richtige Richtung, denn sie verbessert die finanzielle Situation von 1,4 Millionen Rentnerinnen und Rentnern in Deutschland, die von Altersarmut betroffen oder bedroht sind. Vor allem Frauen und Rentnerinnen und Rentner in den östlichen Bundesländern werden dank der neuen Regelung finanziell besser gestellt. Allerdings gibt es auch Kritiker.

Allem voran wird kritisiert, dass die Grundrente das Problem der Altersarmut nicht beseitigt. Denn Menschen, die keine vollen 33 oder mehr Jahre in die Rentenversicherung einbezahlt haben, haben keinen Anspruch. Auch Menschen, die weniger als 33 Jahre, dafür aber in der Summe überdurchschnittlich viel einbezahlt haben, bekommen die Grundrente nicht. Zudem wird kritisch gesehen, dass Zeiten des Mutterschutzes, Erwerbsminderungsrenten und freiwillige Beiträge bei der Grundrente nicht berücksichtigt werden.

Außerdem bemängelt die Rentenversicherung, dass es keine Unterscheidung zwischen einem niedrigen Einkommen aufgrund von Teilzeitarbeit und niedrigen Löhnen gibt.

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Berthold Schadek

Berthold Schadek


Als Vorstandsvorsitzender des ALLCON Lohnsteuerhilfevereins e.V. liegt Herrn Schadek das langfristige gemeinnützige Ziel des Vereins am Herzen.

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