Ist ein Lottogewinn steuerfrei?


Welche Kassen werden gefüllt?

Ein Lottogewinn ist für viele Menschen ein großer Traum. Doch von diesem wollen oft wenigstens ebenso viele Etwas abhaben. Auch der Staat? Lesen Sie weiter, um alle notwendigen Informationen bezüglich der Steuerlast rund um Ihren Lottogewinn zu erhalten.

Hier kann erstmal die Beruhigung erfolgen: Der Gewinn im Lotto ist steuerfrei.

In §2 Abs. 3 EStG sind abschließend festgehalten, welche Einkommen der Einkommensteuer unterliegen. Der Lottogewinn ist dort glücklicherweise nicht aufgezählt.

Und auch andere Abgaben, wie eine "Lottosteuer", von welcher manch einer munkelt, existiert nicht. Die ausgeloste Summe gehört ganz Ihnen, Sie müssen diese nicht einmal bei dem Finanzamt melden. Im weiteren Umgang mit dem Gewinn zeigt sich der Staat jedoch weniger zurückhaltend. Daher die folgenden Hinweise, welche Sie bei der Umsetzung Ihrer Träume in steuerlicher Hinsicht beachten sollten.

Schenkungssteuer

Viele Menschen wollen nach einem Lottogewinn nicht nur sich selbst, sondern auch den Liebsten ihre Träume erfüllen. Sei es ein neues Auto, eine Traumreise oder gar ein Haus, wenn der Lottogewinner sich in dieser Weise großzügig gegenüber anderen zeigt, handelt es sich aus rechtlicher Sicht um eine Schenkung. Auf diese wird eine Schenkungssteuer fällig, jedoch nur auf den Anteil der Schenkung, welcher oberhalb des Freibetrags liegt.

Der Freibetrag ist abhängig von der Beziehung des Schenkers und des Beschenkten zueinander. Am höchsten ist der Freibetrag bei Ehepartnern mit 500.000 Euro.

Die eigenen Kinder kommen immerhin noch auf 400.000 Euro Freibetrag. Der Prozentsatz, der von der Schenkung als Schenkungssteuer entrichtet werden muss, ist progressiv sowie ebenfalls von der Beziehung des Schenkers und des Beschenkten abhängig.

Er reicht von aktuell 7 Prozent für Lebenspartner und Kinder bei einem Betrag von unter 75.000 Euro, welcher über den Freibetrag hinausgeht bis 30 Prozent bei derselben Gruppe bei einem Betrag von über 26 Millionen. Diese 30 Prozent fallen auch bei jenen, welche nicht in die engen Schenkungssteuer Kategorien fallen, wie zum Beispiel Freunde und Bekannte.

Bei diesen steigt der Prozentsatz sogar auf 50 Prozent bei Beträgen über 13 Millionen.

Vermeidung der Schenkungssteuer- Zugewinngemeinschaft

Angesichts der nicht zu vernachlässigenden Schenkungssteuer sind Möglichkeiten, diese zu vermeiden, von großem Interesse. Für einige Ehepartner könnte sich die Auflösung der Zugewinngemeinschaft anbieten. Hierbei werden die seit Ehebeginn neu erworbenen Vermögensbestandteile, also auch der Lottogewinn, geteilt.

Beide Partner erhalten je die Hälfte des Gewinns, wobei die Schenkungssteuer in diesem Fall entfällt. Voraussetzung für diese Methode ist natürlich, dass die Ehepartner bereits vor der Eheschließung in einer Zugewinngemeinschaft lebten, also nicht bereits vorher eine Gütertrennung vereinbart war.

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Tippgemeinschaft

In Tippgemeinschaften gehören die Losscheine der Gruppe gemeinsam, womit auch der Gewinn diesen gemeinsam gehört. Die Gewinne werden anschließend an die einzelnen Teilnehmer ausgeschüttet. Diese sind daher schenkungssteuerfrei.

Das Bestehen einer Tippgemeinschaft muss jedoch vor dem Finanzamt nachgewiesen werden können. Daher empfiehlt es sich sehr, dies schriftlich festzuhalten.

An den Vertrag sind keine besonderen Anforderungen gestellt, somit reicht es aus, die wichtigsten Details wie zum Beispiel die Teilnehmer und die Aufteilungsbedingungen zu notieren. Wer eine noch größere Absicherung haben möchte, könnte einen solchen Vertrag auch von einem Anwalt oder Notar erstellen lassen.

Kapitalertragssteuer

Eine sehr gute Möglichkeit Ihren Lottogewinn langfristig nutzen zu können ist die Vermögensanlage in geeignete Wertanlagen. Sich diesbezüglich professionell beraten zu lassen ist ein wesentlicher Faktor des Erfolges und sollte durch fachkundige Vermögensberater erfolgen!

Während der Gewinn im Lotto steuerfrei ist, so fallen auf Erträge daraus dennoch die Kapitalertragssteuer an. Diese Erträge schließen Zinsen oder Gewinnbeteiligungen aus Investitionen mit ein. Die Kapitalertragssteuer liegt derzeit bei 25 Prozent.

Hinzu kommt noch der Solidaritätszuschlag, welcher 5,5 Prozent der zu entrichtenden Kapitalertragssteuer beträgt. Zu beachten ist auch hier, dass die Kapitalertragsteuer einen geringen Freibetrag kennt und dieser von der zu zahlenden Summe abgezogen werden kann. Dieser Freibetrag gilt jedoch für eine Person und nicht für einen Vermögensbestandteil, so dass Sie, falls Sie bereits hinreichend große Einkünfte aus anderem Vermögen haben, diesen nicht erneut anwenden können. Die Kapitalerträge müssen Sie selbstverständlich, anders als wie oben erwähnt den Lottogewinn, bei dem Finanzamt angegeben und versteuert werden.

Nun könnte davon ausgegangen werden, dass es besser ist wenig Ertrag zu generieren, um möglichst wenig Steuern zahlen zu müssen. Diese Aussage ist jedoch ein Trugschluss, denn die Kapitalertragsteuer ist im Vergleich zur Einkommensteuer vergleichsweise gering.

Ausländische Lottogewinne- Wo und an Wen Steuern zahlen?

Sei es El Gordo, die spanische Weihnachtslotterie oder US-amerikanische Lotterien mit Gewinnsummen nahe der Milliarden-Dollar Grenze, die Verlockung, an ausländischen Lotterien teilzunehmen ist groß.

Doch entsteht hier häufig noch eine Steuerschuld des Lottogewinners, da nicht in allen Ländern Lotto steuerfrei ist. So verlangt der US-Fiskus beispielsweise 36% des Gewinns als steuerliche Abgabe. Auch weitere Länder greifen bei Lottogewinnen mehr oder weniger freigiebig zu.

Immerhin verzichtet der deutsche Staat auch hier darauf, den Lottogewinn zu versteuern, so dass hier lediglich die oberen Hinweise bezüglich der Schenkungs- und Kapitalertragssteuer beachtet werden müssen.

Ebenso fällt in Lotterien, welche über Ländergrenzen gespielt werden, wie zum Beispiel dem Eurojackpot, keine Steuer für deutsche Spieler an, solange diese von Deutschland aus teilnehmen.

Als Mitglied im ALLCON Lohnsteuerhilfeverein e.V. stehen unsere Experten Ihnen rund um zur Seite und kümmert sich um alle steuerlichen Anliegen! Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Berthold Schadek

Berthold Schadek


Als Vorstandsvorsitzender des ALLCON Lohnsteuerhilfevereins e.V. liegt Herrn Schadek das langfristige gemeinnützige Ziel des Vereins am Herzen.

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